Das erste Land der Welt verbietet Minarette
Ein schwarzer Tag (Kommentar)
Das ist so ungeheuerlich dass mir die (richtigen) Worte fehlen…
Man stelle sich einfach mal vor es wäre in Deutschland der Bau von Synagogen verboten worden. Abgesehen von der historischen Dimension ist das gleiche gerade in der Schweiz passiert.
[Update]
Artikel über Reaktionen in der taz
Spreeblick-Artikel zum Thema
im Grunde hast ja recht. aber im Unterschied zum Islam ist das Judentum auch historisch bedingt noch eher mit unserer europäischen Kultur zuvereinbaren. oder?
Aber davon mal abgesehen hab ich auch nichts gegen Synagogen:)
Hey Bertram,
schön dass du auch mal in meinem Blog vorbeischaust
Obwohl ich persönlich nichts mit Religion am Hut habe glaube
ich doch dass die Freiheit in diesem Bereich ein hohes Gut ist.
Ich denke dass die europäische Kultur gerade durch
einen liberalen Umgang mit unterschiedlichen Religionen geprägt
ist…
Ein schwieriges Thema – denn die Angst vor dem Fremden,
die zu so einem Abstimmungsergebnis geführt hat verschwindet durch die
gewaltige Welle der Empörung natürlich auch nicht einfach.
Minarette sind keine Moscheen und auch kein für die Glaubensausübung relevanter Teil einer Moschee. Ergo hinkt der Vergleich mit Synagogen gewaltig. Über die Ursachen das Abstimmungsergebnisses kann man lange diskutieren, muss es aber letztlich akzeptieren. Dabei ins melodramatische abzurutschen halte ich für unnütz.
MfG
Klar, da hast du recht: Minarette sind keine Moscheen.
Der Vergleich ist sicher etwas überspitzt – aber dann vergleichen wir es halt mit Kirchtürmen. Die sind auch nicht nötig für die Ausübung des Glaubens…
Trotzdem wäre ein Verbot von Kirchtürmen eine krasser Eingriff in die Religionsfreiheit – die umfasst nämlich nicht nur das Beten im stillen Kämmerlein (oder der Hinterhofmoschee), sondern auch das aller Welt zu zeigen und in breiter Öffentlichkeit zu tun. Und genau diese Recht wurde jetzt völlig ohne Not einer Gruppe von Menschen in der Schweiz stark beschnitten.
Die Entscheidung ist gefallen. Das Ergebnis mag man kritisieren oder auch nicht.
Die Debatte “Minarett ja oder nein” steht dabei für ein Sammelsurium an Ängsten, Befürchtungen und Frustration.
Man fürchtet sich vor dem terroristischen Islam, der okzidentalen Kultur, in der das Patriarchat immer noch relativ verbreitet ist. Zu einer Kultur mit Zwangsbeschneidung, Kopftuchgebot (nicht wirklich immer freiwillig) gesellt sich der – wenn im kriminellen Milieu – ausgeprägte Zusammenhalt der Familien + Freunde, gegen die man als westliches Individiuum, das eher von Selbstverwirklichung und Single-Tendenz geprägt ist, wenig entgegenzusetzen hat.
Das Rechts- und Werteverständnis entspricht leider ebenfalls nicht immer den westlichen Werten, die sich in Jahrhunderten gebildet haben. Dazu gehören sowohl christliche Kirche (10 Gebote) als auch die Aufklärung, die den Menschen in gewisser Weise emanzipiert haben.
Auch wenn jetzt mancher argumentieren mag, dass v. a. die katholische Kirche in ihrer Geschichte viele Fehler begangen hat – indem es keine klare Stimme und Aufrufe der gläubigen Moslems gegen den islamischen Terrorismus à la Al Qaida, Hamas oder sonstige Organisationen gibt, zeigen sich dennoch Unterschiede.
Ein weiterer Punkt sind die Ängste und Befürchtungen der Bevölkerung, die sich seitens des Staates (der ja eigentlich für seine Bürger sorgen sollte) nicht gehört, berücksichtigt und vor allem nicht beschützt (es gibt Stadtteile, da traut sich die Polizei nicht mehr hin) fühlt.
Dass dabei nun solche Ergebnisse entstehen, sollte eigentlich nicht verwundern. Falls solche Entscheide auch in anderen Ländern anstehen sollten, wäre das Ergebnis sicherlich nicht anders (Frankreich – Banlieue-Probleme, England … usw.).
Korrektur: Okzidentale Kultur sollte eigentlich orientale Kultur heißen.
woher nimmt eigentlich dieser fabian auf teneriffa die autorisation zum kritisieren der schweiz? im deutschen grundgesetz ist seit 60 jahren vorgesehen, dass das volk in einem freien entscheid eine verfassung annehmen sollte, um das grundgesetz abzulösen. wieso wurde nie eine solche zur abstimmung vorgelegt? traut man dem volk nicht? in der schweiz ist die verfassung demokratisch legitimiert. eine revision oder auch eine teilrevision ist vom volk zu genehmigen.
sarko meint übrigens, statt zu kritisieren sollte sich jeder selber fragen, wie er abgestimmt hätte. dazu würde paul panzer sagen: RICHTIG!
http://bazonline.ch/ausland/europa/Sarkozy-verteidigt-die-Schweiz/story/29178057
Ein sehr interessanter Artikel aus dem Spiegel zu dem Thema:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665841,00.html