Was in anderen Städten schon etwas länger als “Running Dinner” bekannt ist, wurde gestern Abend zum ersten Mal in Gießen veranstaltet. Für ein Essen zweimal die Wohnung wechseln, dabei eine Menge Leute kennenlernen und einen tollen Abend haben beschreibt das Konzept am besten.
Alle Teilnehmer wurden zu Zweierteams zusammengestellt und für einen Gang eingeteilt. Außerdem wurde uns per Email mitgeteilt bei wem und wo wir die anderen Gänge zu uns nehmen würden. So kam es dass ich zusammen mit Johanna, einer Kommilitonin aus meinem neuen Semester (ja, nicht versetzt …), die ich aber bisher nur vom Sehen kannte, für die Hauptspeise zuständig war.
Genau wie jedes andere Team auch würden wir vier Gäste bekochen und entschieden uns, gefüllte Auberginen und einen Tomatensugo zu kochen und kauften schon am Mittwoch alle Zutaten ein. Vormittags durch den Tegut zu laufen und abgefahrene Zutaten einkaufen – ich fühlte mich wie in einer Kochsendung…
Da uns zwischen dem ersten Gang (in einer WG im Seltersweg) und unserem Hauptgericht nur wenig Zeit verbleiben würde, bereiteten wir alles so vor, dass wir die Auberginen nur noch in den Ofen stellen mussten.
Die beiden ersten Gastgeberinnen hatten als Vorspeise einen Salat mit überbackenen Champions vorbereitet. Sehr lecker!
Die Zeit bis zum nächsten Gang verging wie im Fluge und schon brachen die drei Teams zu ihren nächsten Zielen auf.
Kaum hatten wir die Auberginen in den Ofen gestellt, klingelte es auch schon und unsere Gäste trafen ein. Die Auberginen kamen gut an, was uns Köche natürlich nach eineinhalb Stunden Arbeit sehr freute.

Hunger!
Zum letzten Gang fuhren wir dann weiter in den Eichendorfring, wo es einen leckeren Schokoladen-Erdbeer-Nachtisch gab.
Die anschließende Party im Lokal International ließ ich dann allerdings ausfallen, da ich zu diesem Zeitpunkt ungefähr seit 40 Stunden nicht geschlafen hatte.
Was mir besonders gut an “Giessen kocht” gefallen hat und was ich sehr spannend fand waren die Gesprächen mit vielen vorher Unbekannten. Durch das Essen entsteht sehr schnell eine
lockere und gemütliche Atmosphäre. Mich hat das ganze sehr an meine Erasmus-Zeit oder die Studieneinführungswoche vor fünf Jahren erinnert. Einige Austauschstudenten waren auch dabei und die meisten der deutschen Teilnehmer waren auch entweder schon mit Erasmus im Ausland gewesen oder hatten dies noch vor. Durch das Konzept fühlten sich wohl vor allem offene und neugierige Menschen angesprochen und dies hat auch den gesamten Abend zu so einer schönen Erfahrung gemacht.
Also, Giessen kocht, wann geht es weiter?
PS: Und sagt diesmal etwas früher Bescheid
Achja: Das Rezept:
Auberginen, gefüllt mit Schafskäse, Bulgur, Zwiebeln und Frischkäse und Tomatensugo mit Zwiebeln, Wein, Rosinen und Honig (und Tomaten, richtig!)
Gewürze: Thymian, Kreuzkümmel, Zimt, Fenchelsamen und Petersilie