Tag: Uni

Dienst in der Chirurgie

Geschrieben von – 9. Januar 2011

Seit Anfang Dezember bin ich PJler in der Allgemeinchirurgie. Deutlich mehr zu tun als in der Pädiatrie, aber auch sehr interessant. Haken halten macht immer noch viel mehr Spaß als befürchtet, und man lernt auch etwas!

Foto aus dem OP-Saal

Gerade sitze ich übrigens in der Klinik in der es dank eduroam auch Internet* gibt. In der Chirurgie müssen die PJler Dienste machen, am Sonntag beispielsweise von 10 Uhr an bis zum nächsten Morgen. Erstaunlich wenig los heute, so dass ich nach sechs Stunden Blutabnehmen und Braunülen legen jetzt gemütlich im Internet surfen kann -Aber der Funker geht bestimmt gleich wieder…

* Es hat eine halbe Stunde gedauert das MacBook mit dem Netzwerk vertraut zu machen. Als ich resignierte funktionierte es plötzlich. Der Trick: Nichts tun und warten…

Unordnung

Geschrieben von – 15. Juli 2010

In der Unordnung liegt die Kraft


Wer kennt das nicht? Ordentlichere Menschen als ich es bin kennen es vielleicht wirklich nicht…
Gerade habe ich auf der Suche nach einer unglaublich super-wichtigen Praktikumsbescheinigung zwei Stunden lang jedes DIN A4-Blatt in meinem Zimmer mindestens dreimal umgedreht. Nichts zu machen. Obwohl ich einige andere interessante Entdeckungen machte schien die Lage aussichtslos.
Bis ich auf die Idee kam meinen Uni-Ordner noch mal genauer anzuschauen:
Tatsächlich befand sich der Zettel dort ganz unschuldig in einer Klarsichtfolie, zwar ganz hinten, aber doch gut zu finden. In einem Anfall von Ordnungssinn von mir dort eingeheftet – mit dem Erfolg es fast völlig unauffindbar zu machen ;)

Werden keine Freunde mehr: Stud.IP und ich.

Geschrieben von – 19. April 2010

Folgende Geschichte handelt davon wie ich mich dreimal für ein und denselben Kurs anmelde: Und zwar wollte ich meine mühselig erworbenen Spanischkenntnisse hier in Gießen nicht wieder völlig einrosten lassen – daher meldete ich mich für den fortgeschrittenen Spanisch-Kurs der JLU Gießen an. Normalerweise benötigt man für die Zulassung zu diesem einen Einstufungstest, ich fragte allerdings telefonisch an, ob mein Zertifikat mit dem Level B1 ausreichen würde.
Kein Problem – ich sollte das Zertifikat doch einscannen und per Mail an das Referat für Fremdsprachen schicken. Keine zwei Tage später war ich als erster Teilnehmer in den Kurs eingeschrieben – was ich auch auf der Stud.IP-Seite sehen konnte. Die offizielle Einschreibung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht eröffnet, von daher war ich etwas überrascht. Aber was solls…

Offline online registrieren?

Wenige Stunden vor der offiziellen Anmeldung erhielt ich dann eine Email mit dem Hinweis, dass meine Anmeldung gelöscht werden würde und ich mich erneut anmelden müsse. Dies fand ich eigentlich nicht weiter schlimm – meine frühzeitige Eintragung hatte mir ja einen ungerechtfertigten Vorteil vorschafft. Das mir allerdings so kurzfristig mitzuteilen war dann allerdings ebenfalls nicht fair.
Ich habe es aber geschafft zu den ersten 25 Anmeldungen zu gehören – also im Kurs zu sein.

Heute erhalte ich per Mail die Eröffnung zur nächsten Anmelderunde: Mehr…

Seminar und Praktikum Preventiva

Geschrieben von – 10. November 2009

Also was die Univeranstaltungen angeht, gewinnt der Finne

Heute hatte ich das Seminar “Accidentes” – Seminar ist aber der falsche Begriff, das halbe Semester war im Hörsaal – da anwesenheitspflichtig mehr Leute als sonst in den Vorlesungen. Abgesehen von einer kleinen “Hefte raus – Test”-Einlage am Anfang (anonym abzugeben) mit der Frage nach der Definition von “accidente” und welche Arten von Unfällen es gibt, handelte es sich auch um eine Vorlesung.

Es mag ja am Fach liegen – aber muss man wirklich in der Uni erklären, wie ein Verkehrsunfall definiert ist? Und ein Haushaltsunfall? Und ein Arbeitsunfall? Das brachte alles recht wenig.

Witziger, wenngleich genauso nutzlos war da das Praktikum “Lavado de manos”. Interessanterweise wird das hier tatsächlich anders gehandhabt. Lavado quirúgico wird in Spanien mit Wasser + Seife + Jod gemacht – zweimal zwei Minuten und am Ende wird mit Wasser abgespült und mit einem sterilen Einmalhandtuch abgetrocknet. Das war meine wesentliche Erkenntnis aus dieser Stunde.
Didaktisch ganz gut dargestellt war dann noch die Fragestellung, wo Infektionsquellen auf Stationen zu finden sind. Jeder Punkt wurde dann direkt praktisch umgesetzt und Proben der Oberflächen, Wasserhähne etc. des Labors genommen.

Das Video gab uns den Rest...

Das Video gab uns den Rest...

Den krönenden Abschluss bot dann ein Film über die Wasserwerke und Meerwasserentsalzungsanlage im Süden Teneriffas – ganz interessant wie das auf einer Insel mit wenigen natürlichen Quellen gestaltet wird. Den Bezug zum richtigen Händewaschen finde ich allerdings etwas weit hergeholt.

Frei!

Geschrieben von – 9. November 2009

Da gehe ich einmal hochmotiviert zur Uni und freue mich auf ein spannendes Seminar Präventivmedizin – und was dann?
Faellt aus – morgen soll es dann wirklich losgehen.
Jetzt versuche ich erst mal dem Dauerregen in La Laguna zu entkommen und fahre an den Strand!

[Update]
Dem Dauerregen bin ich nicht entkommen…

Letzter Tag in Tacoronte

Geschrieben von – 29. Oktober 2009

Gestern hatte ich meinen letzten Tag in Tacoronte. Nach der Sprechstunde sind wir noch auf einen Hausbesuch bei einer dementen Frau gefahren.
Sie lebte alleine in einem kleinen Haus in dem ich an einigen Stellen nicht stehen konnte. Zuerst kamen wir in die Küche, die einen erschreckenden Anblick bot: Überall lag Essen und überall waren Fliegen. Die Frau begrüßte uns zuerst recht freundlich und wusste auch wer der Arzt war…
In einem kleinen Käfig der auf einem Stuhl stand gab es zwei Kanarienvögel, der Käfig war überraschenderweise recht gepflegt.
In einem kleinen Wohnzimmer mit zwei Fernsehern und unzähligen kitschigen Figuren fand dann das weitere Gespräch statt. Der eigentliche Anlass des Besuchs war nur die Gabe eines Medikamentes, da sie dazu nicht selbstständig in der Lage war. Im Laufe des Gesprächs fing sie dann an direkt mit mir zu sprechen und beschuldigte den Arzt dass er sich nicht richtig um sie kümmern würde, obwohl sie sich schon über drei Jahre kennen!
Auf der Rückfahrt erzählte mir der Arzt dass sie sich, abgesehen vom Einkaufen, völlig um sich selbst kümmern würde…

Rückblickend auf zehn Tage war es ein Praktikum mit einigen Längen, insbesondere das Verlängern von Rezepten hat einen großen Teil der Zeit ausgemacht. Wenn es aber was zu untersuchen gab, hat mich der Arzt alles auch machen lassen und auch immer erklärt. Kann man auf jeden Fall weiterempfehlen ;-)

Centro de Salud

Geschrieben von – 18. Oktober 2009

Seit Mittwoch habe ich mit meinem ersten Praktikum in diesem Semester angefangen. Meine Vormittage verbringe ich also zur Zeit in einem Gesundheitszentrum in Tacoronte. Obwohl mein Spanisch eigentlich noch zu schlecht ist, bin ich sehr zufrieden damit. Ich bin dort in der Sprechstunde eines Hausarztes. Oft werden nur Rezepte verlängert, aber wenn Röntgenbilder angeschaut werden, erklärt mir der Arzt die Bilder. Auch kann ich jeden Schritt der körperlichen Untersuchung nach dem Arzt selbst durchführen.

Die Terminliste ist übrigens Spanien-untypisch sehr präzise, die Patienten werden für Rezepte im 3-Minutentakt einbestellt… Für eine richtige Konsultation sind fünf oder sieben Minuten einkalkuliert. Eingehalten wird sie allerdings nicht, was wiederum recht typisch ist ;-)

Eigentlich handelt es sich um ein Praktikum im Fach Präventionsmedizin, von daher war ich angesichts der sanitären Einrichtungen doch etwas “überrascht”. Neben dem Waschbecken hing ein Hinweisschild zur “Gesundheit in Zeiten der Grippe” – mit genauen Instruktionen sich 30 Sekunden mit Seife die Hände zu waschen und danach ein Einmalhandtuch zu verwenden. Das Schild war allerdings die einzige Hygiene-Einrichtung, weder Seife (oder gar Desinfektionsmittel) noch Handtücher waren vorhanden…

Am Freitag hieß es dann plötzlich “urgencia” und schon waren wir  mit einem RTW auf dem Weg zu einem Patienten des Arztes. Die Rettungswagen haben es hier etwas weniger eilig als in Deutschland, aber wir waren schnell genug ;-)